Guter Dinge trotz finanzieller Notlage

Von Jonas Weyrosta

Krautheim - Eigentlich gibt es keinen Grund zur Freude. Zumindest konnte man diesen Eindruck nach der Rede von Andreas Köhler gewinnen. Der Bürgermeister der Stadt Krautheim gab bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr am Samstag in der Stadthalle Krautheim einen realistischen Überblick über die angespannte finanzielle Zukunft der Stadt und die Auswirkungen für die ehrenamtliche Feuerwehr.

Man könne nur anschaffen, was dringend benötigt wird. "Kurz dachten wir sogar über eine Not-Schließung der Feuerwehr nach", klagte Köhler. Deshalb ist der erklärte Kurs in den kommenden drei Jahren: Sparen, sparen, sparen. Nach dem etwas trübseligen Einstieg in die Veranstaltung fanden die Kameraden und Kameradinnen der Freiwilligen Feuerwehr doch noch zu ihrer gewohnten Freude zurück und blickten zurück auf ein erfolgreiches und weitgehend katastrophensicheres Jahr 2010: 28 Einsätze bewältigten die Helfer und Helferinnen der Freiwilligen Feuerwehr Krautheim.

Anerkennung

Neben Hilfeleistungen bei Unfällen und Veranstaltungen sowie Brandlöschungen galt das Jahr 2010 hauptsächlich dem Kampf gegen Insekten. In 561 Arbeitsstunden sorgte die Feuerwehr für Ordnung auf den Straßen um Krautheim und war zur Stelle, wo immer Gefahr drohte. Dafür gab es an der Jahreshauptversammlung auch Lob und Anerkennung von Kreisbrandmeister Günther Uhlmann und vom Verbandsvorsitzenden Wolfgang Brosig.

Bedeutung

Uhlmann musste Bürgermeister Köhler, der die Veranstaltung mittlerweile verlassen hatte, da er auf eine weitere Veranstaltung musste, energisch widersprechen und betonte die Bedeutung des Feuerwehrstandortes Krautheim. Es werde finanziell nicht einfach werden, doch an eine Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehr sei nicht zu denken, ihr komme eine sehr hohe Bedeutung auch in der Überlandhilfe zu. Um dies zu unterstützen bediente sich Brosig auch einem Zitat von Stefan Mappus, der die Feuerwehr in Baden-Württemberg für unersetzbar hält: "Die Feuerwehr steht noch für etwas. Heutzutage ist der gängige Trend ja gegen etwas zu sein." Mit diesem überaus treffenden Vergleich leitete Uhlmann die Ehrungen ein. Zu feiern gab es neben 25 und 40 Jahren Treue auch zwei stolze 60-Jahre-Jubiläen: August Walz und Josef Beck wurden für ihre 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Alois Kilian wurde wie erwartet erneut zum 1.Stadtkommandanten wiedergewählt. Er erhielt ohne Konkurrent 114 von 117 Stimmen. Sein Stellvertreter wurde mit 110 Stimmen Norbert Adamiec. Er löste Jürgen Specht und Ralf Alers ab. Verbandsvorsitzender Brosig gedachte mit mahnenden Worten, Demut und Dankbarkeit für den großen Wohlstand in Deutschland der Opfer der Naturkatastrophe in Japan. Katastrophen wie diese bestätigen einmal mehr die Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement.

Auch wenn immer mehr Kinder vor dem Computer zu Hause sitzen, ist die Freiwillige Feuerwehr in Hohenlohe noch immer attraktiv für den Nachwuchs, sagt Brosig. Im Jahr 2010 gab es sechs Neuaufnahmen, durch Aus- und Weiterbildungen wurden viele Kompetenzen auch in der Jugendfeuerwehr ausgebaut, berichtete Kilian.

 

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