25 Jungen und ein Mädchen gehören Krautheims Jugendfeuerwehr an
Alle zwei Wochen üben sie mit Benjamin Kilian und Florian Retzbach

Der Funke der Begeisterung springt über

Von unserem Redaktionsmitglied Melanie Müller

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Krautheim. Dienstagabend in Krautheim. Pünktlich um 18.30 Uhr öffnen Jugendwart Benjamin Kilian und sein Stellvertreter in diesem Amt, Florian Retzbach, die Tore des Feuerwehrgerätehauses. Schnell ist geklärt, wer welche Runde fährt. Und schon werden die Motoren der Fahrzeuge gestartet, in die wenig später die Mitglieder der Jugendfeuerwehr aus Krautheim und Umgebung einsteigen.Click here to find out more!

Dieser "Service", den die beiden mit Unterstützung weiterer Helfer aus den eigenen Reihen anbieten, ist ein ganz besonderer. Das ist den Zehn- bis 17-Jährigen durchaus bewusst, die nach und nach auf den Sitzen im Fond Platz nehmen und gespannt ihrer Übung entgegensehen.

"Tendenz steigend"

25 Jungen und ein Mädchen gehören zurzeit Krautheims Jugendfeuerwehr an. "Tendenz steigend", verrät Florian Retzbach im FN-Gespräch und fügt hinzu: "Und das seit Jahren." Wen wundert's? Schließlich bekomme schon so mancher Ein- oder Zweijährige von seinem Papa ein Feuerwehrauto zum Spielen geschenkt - und lasse sich später von seinem Vater zum Mitmachen in der Feuerwehr begeistern.

Was der 27-jährige Jugendwart gemeinsam mit dem 20-jährigen Florian Retzbach im 14-tägigen Rhythmus auf die Beine stellt, kann sich sehen lassen. Mit ihrem Engagement knüpfen sie seit Dezember 2010 nahtlos an die gute Arbeit an, die ihre Vorgänger seit der Gründung der Jugendfeuerwehr im Mai 1979 geleistet haben. Dabei machen sich ihre immer neuen Ideen und ihre jahrelange Erfahrung bezahlt: Die Übungen werden so gut wie nie "geschwänzt". Wenn sich jemand abmeldet, dann aus einem guten Grund. Ein solcher ist beispielsweise der Theorieunterricht in der örtlichen Fahrschule - oder eben eine Krankheit.

Der Jugendwart und sein Stellvertreter sind Feuerwehrmänner mit Leib und Seele. Beide sind seit vielen Jahren Mitglieder - und gehören mittlerweile den "Aktiven" an. Florian startete mit zehn in der Jugendfeuerwehr, Benjamin - mittlerweile Gruppenführer - im Alter von zwölf Jahren. Dass sie Freude an ihrer ehrenamtlichen Aufgabe haben, merkt man. "Als Jugendlicher haben mir die Übungen selbst großen Spaß gemacht", erklärt Florian. Und so fällt es ihm nicht schwer, den "Funken" der Begeisterung auf seine "Schützlinge" überspringen zu lassen.

Kurz vor 19 Uhr treffen die Feuerwehrfahrzeuge wieder auf dem Hof vor dem Gerätehaus ein. Ruckzuck sind die Zehn- bis 17-Jährigen - mehr als 20 an diesem Abend - ausgestiegen und wenig später in der Umkleidekabine in ihre Uniformen geschlüpft. "Handschuhe und Helm nicht vergessen", ruft Benjamin ihnen zu - und greift zu seinem Klemmbrett.

Er begrüßt die Kinder und Jugendlichen und führt eine Anwesenheitskontrolle durch. Dann erklärt er den Ablauf der Übung, bei der es darum gehen wird, Hilfe nach einem fiktiven Verkehrsunfall zu leisten. Zwei Gruppen werden gebildet. Die erste macht sich - mit Unterstützung von Benjamin und Florian - daran, das "verunfallte Auto" vom laufenden Verkehr abzusichern. Aufgabe der zweiten Gruppe ist es, einen "ohnmächtigen" Verkehrsteilnehmer aus seinem Auto zu bergen.

Wertvolle Tipps erhalten die Teams vom Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Krautheim, Alois Kilian. Dieser ist sehr stolz auf die Truppe, der sein Sohn Benjamin als Jugendwart vorsteht. "Es ist gut zu wissen, dass es eine Jugendfeuerwehr gibt. Wir brauchen sie, die Jungs und die Mädels", unterstreicht er - und blickt in die Zukunft: "Sie sind mit Begeisterung bei der Sache", und gerade deshalb hofft er darauf, dass sie mit 17 ihre Grundausbildung beginnen und wenig später die aktiven Kameraden unterstützen werden.

Große Fortbildungsbereitschaft

Begeistert von der Jugendfeuerwehr ist auch Krautheims Bürgermeister Andreas Köhler. Erfreulich sei nicht nur die große Mitgliederzahl, sondern das Engagement der Jugendwarte und die Fortbildungsbereitschaft der Mädchen und Jungen.

Und die sind derweil schon fleißig dabei, die ihnen gestellten Aufgaben zu bewältigen. Während die einen ihren Kameraden aus einem Auto "retten", sichern die anderen mit Licht und Warnschildern die "Unfallstelle" ab. "Wir machen immer alles praktisch - und erklären nebenher", so werde es den Jugendlichen beim Lernen nicht langweilig. Nach den Übungen treffen sich alle zu einem "Spezi", um Manöverkritik zu halten.

Selbstverständlich werden alle Mitglieder der Jugendfeuerwehr nach ihrem Einsatz auch wieder nach Hause gefahren - und verabreden sich dabei schon für die nächste Übung am Dienstag in zwei Wochen.

Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 05.04.2012

 

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