Von Rauchmeldern und Geldmangel
Trotz des Mai-Unwetters war 2016 für die Stützpunktwehr ein eher ruhiges Jahr

von Oliver Färber
 
Im Gegensatz zum Jahr 2015 mit dem Jagstunglück ist das Jahr 2016 für die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Krautheim trotz des Maiunwetters ein eher ruhiges
Jahr gewesen. "Vieles war Kleinzeug und mehr Schreibarbeit", stellt Kommandant Alois Kilian am Samstagabend bei der ersten Jahreshauptversammlung im
neuen Eugen-Seitz-Bürgerhaus fest. Doch mit der Unterstützung der Weißbacher Wehr in der Unwetternacht habe auch die Mannschaft Neuland betreten:
"Das hatten wir noch nicht, dass so viel Wasser nicht aus Flüssen oder Bächen sondern vom Regen kommt."
32 Einsätze mit über 6000 Stunden ehrenamtlich geleisteter Arbeit waren es 2015.
Die 1040 Stunden, die Krautheimer Feuerwehrleute vergangenes Jahr im Ehrenamt leisteten, wirken dagegen fast gemütlich.

Publikumswirksam hebt Alois Kilian indes einen der Einsätze hervor, der beispielhaft zeige. Wie wichtig die Installation von Rauchmeldern sei,
die mittlerweile vorgeschrieben sind: Nachbarn hatten einen entstehenden Brand dank Brandmelderalarm bemerkt und über Notruf 112 Hilfe gerufen.
"Alle Rauchmelder im Haus piepten. Es war ein Holzhaus. Nur ein paar Minuten später wäre es abgefackelt", berichtet Kilian mit drastischen Worten.
 
Bei der Stadt Krautheim spielt das Geld auch künftig eine wichtige Rolle, selbst wenn es um die öffentliche Sicherheit geht. Bürgermeister Andreas Köhler hofft
deshalb auf breite Unterstützung von Landrat und Kreistag bei der Erneuerung der Ausrüstung. In der kommenden Zeit stehen der Ersatz eines
Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs und der Drehleiter an: Gesamtkosten: rund 1,2 Millionen Euro. Abgesehen von einem 30-prozentigen Landeszuschuss
übernimmt der Landkreis die Hälfte der Kosten, da die Krautheimer Feuerwehr als Stützpunktwehr auch bei Großereignissen in anderen Städten und Gemeinden
ausrückt. "Wir brauchen aber mehr", betont der Schultes und bittet bei der Mannschaft um Verständnis, dass man sich eben nicht alles leisten könne.
"Alles wollen wir nicht. Nur das, was nötig ist", kontert Kommandant Kilian prompt.
Auch Kreisbrandmeister Günther Uhlmann verspricht, die Krautheimer bei Ersatzbeschaffungen so gut wie möglich zu unterstützen.
"Aber der Kreistag entscheidet beim Geld. Da sitzen Sie eher an der Quelle", so der Kreisbrandmeister mit Blick aufs Kreistagsmandat von Bürgermeiste Köhler.
Wichtig sei ihm nach den Unwettererfahrung des letzten Jahres, dass das Personal gehalten oder gesteigert werde.
"Ein Fahrzeug kann man dagegen einfach bestellen", so Uhlmann.
 
Voll des Lobes ist er über die gute Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk. Auch DRK Kreisgeschäftsführer
Karl Heer stimmt mit ein und betont, wie wichtig es sei, das Ehrenamt zu erhalten und zu stärken.